Adlan Manai hat zwei Pässe: einen deutschen und einen tunesischen. Nach der Schule bewarb er sich zunächst erfolgreich bei der Stadt Duisburg um eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation. Als er feststellte, dass ihm der Job nicht lag, bewarb er sich zum Stadtsekretär-Anwärter, hat vor einem Jahr die Ausbildung abgeschlossen und ist vor kurzem in den Sonderaußendienst aufgestiegen.
„Ich weiß gar nicht mehr, wie oft früher Polizisten meine Personalien kontrolliert haben“, seufzt der dunkelhäutige Tunesier. Dass er heute selbst in Uniform auf Streife geht sieht er als wichtigen Schritt zur Verständigung und Integration. „Ich will einerseits für Zugewanderte die Hemmschwelle gegenüber Beamten verringern und andererseits bei der Behörde das Denken über Zugewanderte beeinflussen.“
Bei der Arbeit hilft ihm sein Sprachtalent. Er spricht Deutsch, Englisch und den maghrebinischen Dialekt des Arabischen, dazu Türkisch und Französisch, derzeit lernt er Italienisch dazu. Und sein kultureller Hintergrund kommt ihm in vielen Situationen zugute. „Ich weiß etwa, dass in muslimischen Familien ein Problem von mehreren gelöst wird, und stelle mich darauf ein.“
Gemeinsam Probleme lösen und Erfahrungen austauschen stehen für Adlan Manai auch in der Gruppe „Potenziale“ an erster Stelle. „Das, was ich in der Uniform vertrete, setzen wir zusammen fort.“