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Neue Absatzmärkte erschließen.

Als Murat Koç gefragt wurde, ob er sich nicht bei der Sparkasse bewerben wolle, war ein türkischer Mitarbeiter in einem Geldinstitut noch ein absolutes Novum. Nach dem Einstellungstest ist er einer von 35 aus 400 Bewerbern, die es geschafft haben. „Mir wurde klipp und klar gesagt, dass ich wegen meiner Leistungen genommen wurde und nicht, weil ich irgendwelche Dolmetschertätigkeiten machen sollte oder weil man sich erhoffte, dass mehr türkische Kunden kommen.“ Seine Sprachkenntnisse versteht er als Service, den Kolleginnen und Kollegen, die Englisch oder Französisch sprechen, ebenso erbringen.

„Meine Eltern konnten sich überhaupt nicht vorstellen, dass ihr Kind einmal Kundenberater der Bank wird, deren Kunde sie sind“, erzählt er nicht ohne Stolz. Doch in seiner Zweigstelle gehört „Herr Kok“, wie ihn seine Gelsenkirchener Kundschaft nennt, mittlerweile zu den Dienstältesten. Und Murat Koç folgten weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Zuwanderungsgeschichte.

Die Unterstützung, die Murat Koç erfuhr, möchte er heute mit seiner Arbeit in der Gruppe „Potenziale“ weitergeben. Dabei gilt seine Aufmerksamkeit vor allem den Unternehmen. „In einer globalisierten Welt muss man sich neue Absatzmärkte erschließen“, weiß er. „Dafür braucht man Leute, die andere Sprachen sprechen und kulturelle Zusammenhänge verstehen.“ Genug qualifizierte Zugewanderte gibt es. „Man muss ihnen nur eine Chance geben.“