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Selbst ist die Frau.

Die quirlige Essenerin kam als kleines Kind mit Mutter und Schwester als Kriegsflüchtling nach Deutschland und lernte früh, dass man nicht auf Hilfe von außen warten kann. „Wie sollte mir meine Mutter auch bei den Schulaufgaben helfen? Sie hatte ja nie eine deutsche Schule besucht.“ Die fehlende Unterstützung machte Rahua Ijob mit persönlichem Engagement wett – und mithilfe der evangelischen Kirche.

Heute studiert sie soziale Arbeit an der Evangelischen Fachhochschule in Bochum und möchte nach ihrem Abschluss in der Sozialarbeit tätig sein. „Ich denke, dass ich zu Kindern und Jugendlichen einen guten Zugang finden und ihnen ein Stück weit ein Vorbild sein kann“, sagt sie. „Ich war nie eine Überfliegerin, aber ich habe etwas erreicht – und das können andere junge Leute auch.“

Das, was Rahua Ijob während ihrer Schulzeit an Hilfsbereitschaft erfahren hat, gibt sie heute selbst zurück. Die Studentin hilft Flüchtlingen aus Eritrea als Dolmetscherin bei Behördengängen. Außerdem engagierte sich die 25-Jährige beim „Beruflichen Qualifizierungs-Netzwerk für Migrantinnen und Migranten“ (BQN) in Essen und ist aktiv in der Gruppe „Potenziale“. „Ich möchte Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte neue Perspektiven aufzeigen“, sagt Rahua Ijob, „denn ich bin der Meinung, dass jeder etwas dafür tun kann, seine Vorstellungen vom Leben erfolgreich zu verwirklichen. Die Chancen sind da.“