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Mit gutem Beispiel vorangehen – Vorbild sein.

Semra Karatag gehört zu den Pionieren. Als sie 1991 ihre Ausbildung zur Polizistin begann, war sie eine von zwei Auszubildenden mit Zuwanderungsgeschichte. Inzwischen arbeiten allein auf „ihrer“ Wache, der Dortmunder Hauptwache Nord, mehrere Kolleginnen und Kollegen mit Zuwanderungsgeschichte.

Gerade in Stadtteilen mit hohem Ausländeranteil haben Polizisten mit Zuwanderungsgeschichte eine wichtige Vermittlerrolle. Schon während ihrer Ausbildung erlebte Semra Karatag, wie vorteilhaft ihre Zweisprachigkeit ist. „Viele Bürger türkischer Herkunft, speziell die älteren, können nur sehr schlecht Deutsch“, erzählt die 34-Jährige. „Ich musste auf den Einsätzen häufig dolmetschen.“

Seit 2003 arbeitet die Mutter von zwei kleinen Kindern als Jugendkontaktbeamtin. Alle Anzeigen gegen Jugendliche unter 18 Jahren werden an ihre Arbeitsstelle weitergeleitet, und Semra Karatag arrangiert Aussprachen mit allen Beteiligten. Regelmäßige Schulbesuche stehen auch auf dem Einsatzplan. „Wir bieten spezielle Trainings zu den Themen Diebstahl, Gewalt und Deeskalation für die Schüler in den Klassen 6 und 7 an.“

Über die Dienstzeit hinaus hält Semra Karatag Info- und Aufklärungsvorträge insbesondere in türkischen Organisationen und Vereinen. „Alle Beteiligten, auch das Jugendamt, die Staatsanwaltschaft und besonders die Schule müssen zugunsten der gefährdeten Jugendlichen an einem Strang ziehen.“